Machen statt reden

Zuhörerei: Notiz Nummer 8

«Alles unnötiges Gerede,» empört sich die männliche Seite eines Seniorenpaares. «Uster ist keine Vorzeigestadt, ich bin auch nicht da geboren. Alles was die können sind hässliche Hochhäuser hinklotzen. Glauben sie mir, bald wird das die neue Slum von Uster, zubetoniert, kalt und seelenlos. » Die Frau sagt nichts. Der Mann sagt über die Frau. «Ihr gefällt es halt in Uster. Sie ist ja auch hier geboren.» Ob er denn eine Idee hätte, was wirklich wichtig wäre für die Inklusion, wage ich eine Frage: «Aber klar» , sagt er, und wird plötzlich ruhiger: «Ich bin freiwilliger Taxifahrer für Menschen mit Behinderungen. Da gibt es zum Beispiel die Hägelihaltestelle vis à vis vom Coop, die ist alles andere als benutzerfreundlich. Die müsste man sanieren, dringend! Sagen sie das der Stadt und sagen sie ihr einen Gruss.»

Lena Estermann, notiert in der Zuhörerei im Stadtpark

Schild Zuhörerei steht auf dem Tisch der Zuhörerei